Mallorca Legal Club Guide

Mallorca Legal Club Guide

Zwischen Gesetz und Genuss – Was du wirklich wissen musst

Mallorca. Die Insel der Träume, der endlosen Strände und der unvergesslichen Nächte. Während sich die Massen am Ballermann die Eimer vollschütten, gibt es eine andere Kultur, die sich längst etabliert hat – diskret, aber präsent: Die Cannabis-Szene der Balearen. Doch Vorsicht: Was in Barcelona funktioniert, kann auf Mallorca zum teuren Albtraum werden.

Willkommen zum ultimativen Legal-Guide, der dir zeigt, wo die Grenze zwischen entspanntem Joint und Knastbesuch verläuft.

Die paradoxe Wahrheit: Legal illegal oder illegal legal?

Spanien ist ein Land der Widersprüche – nirgendwo wird das deutlicher als beim Thema Cannabis. Die Situation lässt sich am besten so beschreiben: Cannabis ist nicht legal, aber auch nicht vollständig illegal. Klingt konfus? Ist es auch.

Das spanische Recht arbeitet mit einer entscheidenden Unterscheidung: Der private Konsum ist entkriminalisiert, während alles, was auch nur ansatzweise nach Kommerz riecht, knallhart bestraft wird. Auf Mallorca gelten dieselben Gesetze wie auf dem Festland – ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die Balearen lockerer wären, könnte dich teuer zu stehen kommen.

Die goldene Regel: Was in deinen vier Wänden passiert, interessiert niemanden. Was draußen passiert, kann dich 30.000 Euro kosten.

Besitz: Die Grammzahl entscheidet

Im privaten Raum

Hier wird es interessant: Bis zu 100 Gramm Marihuana oder 25 Gramm Haschisch für den Eigenbedarf werden im privaten Raum toleriert. Das ist nicht „legal“ im eigentlichen Sinne, sondern entkriminalisiert – ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Solange du in deiner Wohnung, deiner Finca oder deinem Hotel (sofern erlaubt) bleibst, hast du nichts zu befürchten.

In der Öffentlichkeit

Sobald du die Tür hinter dir schließt, ändert sich alles. Der Besitz in der Öffentlichkeit ist strikt illegal. Bereits kleine Mengen können zur Strafe führen:

  • Unter 30-40 Gramm: Bußgelder zwischen 300 und 630 Euro
  • Über 50 Gramm: Die Sache wird ernst – hier drohen empfindliche Strafen
  • Verdacht auf Handelsabsicht: Ab ins Gefängnis

Die Polizei kann nach eigenem Ermessen handeln. In Barcelona mag man bei ein paar Gramm ein Auge zudrücken – auf Mallorca, besonders in den Touristenzonen, ticken die Uhren anders.

Konsum: Wo du rauchen darfst (und wo nicht)

Die sichere Zone: Dein privater Rückzugsort

In deinem privaten Raum – Wohnung, Finca, Hotelzimmer (wenn erlaubt) – kannst du konsumieren, ohne strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Das ist dein Schutzraum, deine kleine Oase der Freiheit.

Wichtig: Viele Hotels haben mittlerweile auch auf Balkonen Rauchverbote verhängt. Checke vorher die Hausordnung, sonst wird’s teuer.

Die Gefahrenzone: Alles andere

Öffentlicher Konsum wird als schwerwiegendes Vergehen eingestuft. Die Strafen sind drakonisch:

  • Ersttäter: 601 bis 10.400 Euro
  • Wiederholungstäter: Bis zu 30.000 Euro
  • Plus: Beschlagnahmung deines Vorrats

Die Definition von „öffentlich“ ist großzügig ausgelegt: Strände, Parks, Straßen, Restaurant-Terrassen, sogar dein Auto gilt als öffentlicher Raum. Ein Joint am Playa de Palma? Schlechte Idee. Am Strand von Cala Mesquida? Ebenso.

Die Grauzone: Cannabis Social Clubs

Hier wird’s sophistiziert. Cannabis Social Clubs (CSCs) sind private Vereine, die ihren Mitgliedern eine – theoretisch – legale Möglichkeit zum Konsum bieten. Sie operieren in einer stark regulierten Grauzone und sind die einzige halbwegs sichere Alternative zum illegalen Markt.

Die Regeln:

  • Mitgliedschaft nur durch Empfehlung eines bestehenden Mitglieds
  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Konsum ausschließlich in den Clubräumen erlaubt
  • 5-10 Gramm pro Tag, abhängig vom Club
  • Jahresbeitrag: 15-50 Euro

Bekannte Clubs auf Mallorca:

  • The Green Door Mallorca (El Arenal): 300m² auf zwei Etagen, modernes Ambiente
  • Small Club (Can Pastilla): Familiäre Atmosphäre, direkt am Flughafen
  • Altitude 420 (Palma Zentrum): Nahe Plaza Mayor
  • 420 Club Mallorca (Palma): Einer der bekanntesten
  • Haribo Cali Club: Etabliert und respektiert
Achtung: Auch wenn du Mitglied bist – das Cannabis darf die Clubräume nicht verlassen. Theoretisch solltest du dein Gras in einem persönlichen Schließfach im Club aufbewahren. In der Praxis wird das unterschiedlich gehandhabt, aber das Gesetz ist eindeutig.

Verkauf und Handel: Hier endet der Spaß

Das ist die rote Linie, die du niemals überschreiten solltest. Der Verkauf von Cannabis ist eine Straftat – punkt.

Die Strafen

  • Cannabis-Verkauf (gilt als weniger gesundheitsschädlich): 1-3 Jahre Freiheitsstrafe
  • Härtere Drogen: 6 Jahre
  • Bei erschwerenden Umständen: Bis zu 21 Jahre Haft
  • Zusätzlich: Geldstrafen zwischen 600 und 30.000 Euro, Beschlagnahmung aller Substanzen, Werkzeuge und Gewinne

Der Freundschafts-Fallstrick

Hier wird’s perfide: Schon das Verschenken an Freunde gilt als Straftat. Artikel 368 des spanischen Strafgesetzbuchs macht keinen Unterschied zwischen Verkauf und kostenloser Abgabe. Du baust für deinen krebskranken Kumpel an? Rührend, aber illegal. Bis zu drei Jahre Gefängnis, auch ohne Geldaustausch.

Die Message ist klar: Anbau und Konsum sind deine Privatsache. Sobald eine dritte Person involviert ist, wird’s strafrechtlich.

Anbau: Dein grüner Daumen im Rechts-Dschungel

Privater Anbau: Erlaubt, aber…

Der Anbau für den persönlichen Gebrauch ist grundsätzlich erlaubt – mit strengen Bedingungen:

  1. Nur auf Privatgrundstücken
  2. Vor öffentlichen Blicken geschützt
  3. Nur für den Eigenbedarf

Seit dem berüchtigten „Ley Mordaza“-Gesetz von 2015 ist die Sache komplizierter geworden: Der Anbau an öffentlich sichtbaren Orten gilt nun als schwere Straftat – selbst wenn’s nur für dich ist.

Praxisbeispiel: Du züchtest zwei Pflänzchen auf deinem Balkon? Wenn dein Nachbar sie von der Straße aus sehen kann, kann er Anzeige erstatten. Die Polizei kommt, beschlagnahmt deine Ernte, und du zahlst Bußgelder zwischen 600 und 30.000 Euro.

Die unklare Grenze

Das Gesetz legt keine genaue Anzahl fest, ab wann „Handelsabsicht“ vermutet wird. Zwei Pflanzen? Vermutlich okay. Zehn Pflanzen? Du bekommst Probleme. Der Ermessensspielraum der Behörden ist groß – und das macht die Sache so gefährlich.

Faustregel: Maximal zwei Pflanzen pro Haushalt, komplett unsichtbar von außen.

Straßenverkehr: Null Toleranz

Hier versteht Spanien keinen Spaß. Im Straßenverkehr gilt eine Null-Toleranz-Politik bei Drogen:

  • Positiver Speicheltest: 1.000 Euro Strafe
  • Plus: 6 von 12 Punkten vom Führerschein abgezogen
  • Ergebnis: Du bist den Führerschein schneller los, als du „Ballermann“ sagen kannst

Selbst am Morgen nach einer durchchifften Nacht kann der Test noch positiv ausfallen. THC bleibt lange im System. Also: Finger weg vom Steuer, wenn du konsumiert hast.

Import und Export: Don’t even think about it

Der Import von Cannabis ist eine Straftat, die mit Gefängnis bestraft werden kann. Keine Menge ist sicher, keine Ausrede gilt.

Einzige Ausnahme: Medizinisches Cannabis mit:

  • Genehmigung der spanischen Agentur für Arzneimittel
  • Ärztlichem Zertifikat
  • Ausgefülltem Schengen-Formular (max. 30 Tage gültig)

Ohne diese Dokumente? Hohe Geldstrafen und möglicherweise Haft. Die Geschichte vom deutschen Cannabis-Patienten, der sein Rezept-Gras mit nach Mallorca nehmen wollte? Endet meist vor Gericht.

Die Cannabis Social Clubs: Fluch oder Segen?

CSCs sind das Herzstück der spanischen Cannabis-Kultur – und gleichzeitig ihr größtes Rechtsrisiko.

Das Konzept

Theoretisch brillant: Private Vereine bauen gemeinsam Cannabis für ihre Mitglieder an und verteilen es zu Selbstkostenpreis. Kein Verkauf, kein Profit, nur kollektive Selbstversorgung. Das Konzept basiert auf dem Muñoz-Soto-Bericht von 2001, der feststellte, dass privater Anbau und Konsum nicht illegal sind.

Die Realität

Der Oberste Gerichtshof Spaniens hat 2015 klargestellt: „Jegliche organisierte, institutionalisierte und anhaltende Kultivierung und Verbreitung unter einer für neue Mitglieder zugänglichen Vereinigung gilt als Drogenhandel.“

Ouch. Das bedeutet: CSCs bewegen sich auf sehr dünnem Eis. Viele wurden geschlossen, ihre Betreiber verhaftet. Die Clubs, die heute noch existieren, tun das nur, weil sie extrem vorsichtig operieren.

Für Touristen

Theoretisch ist die Mitgliedschaft auf Einheimische beschränkt. In der Praxis? Viele Clubs akzeptieren Touristen, die eine AirBnB-Adresse oder die Adresse eines Freundes angeben. Manche arbeiten mit Vermittlern wie ZAZAPASS oder dem Social Pass, die den Zugang zu ausgewählten Clubs ermöglichen.

Praktische Tipps: So bleibst du auf der sicheren Seite

✓ DO’s

  1. Konsumiere nur in privaten Räumen – deine Wohnung, deine Finca, ein tolerantes Hotelzimmer
  2. Werde Mitglied in einem seriösen CSC – wenn du regelmäßig konsumieren willst
  3. Halte Mengen klein – maximal 100g Gras oder 25g Hasch privat
  4. Sei diskret – niemand muss wissen, was du in deinen vier Wänden tust
  5. Respektiere lokale Kultur – Mallorca ist nicht Amsterdam

✗ DON’Ts

  1. Niemals in der Öffentlichkeit konsumieren – nicht am Strand, nicht im Park, nicht auf der Terrasse
  2. Niemals mit Cannabis Auto fahren – auch nicht „nur kurz“
  3. Niemals Cannabis über Grenzen transportieren – auch nicht innerhalb der EU
  4. Niemals von Straßenhändlern kaufen – illegal, gefährlich, beschissene Qualität
  5. Niemals Cannabis verschenken oder verkaufen – du machst dich strafbar
  6. Niemals Pflanzen öffentlich sichtbar anbauen – auch nicht auf dem Balkon

Die Ballermann-Falle

Gerade in den Party-Zonen (Playa de Palma, Magaluf, Palmanova) wird streng kontrolliert. Die Behörden wollen ein Zeichen setzen. Öffentliches Trinken ist verboten, Drogen sind verboten, auffälliges Verhalten wird bestraft. Die Strafen für öffentlichen Drogenkonsum wurden auf 400-600 Euro erhöht, an „belebten Orten“ sogar noch höher.

Also: Was in der Privatwohnung im Stadtviertel El Terreno okay ist, kann dich am Ballermann richtig Geld kosten.

Die Zukunft: Legalisierung in Sicht?

Katalonien versuchte 2017, den Anbau und Konsum für lizenzierte Clubs zu legalisieren. Das Verfassungsgericht hat das Gesetz kassiert – zu viel Autonomie für eine Region.

84% der Cannabis-Konsumenten in Spanien befürworten eine Legalisierung für medizinische Zwecke. 47% wären für eine komplette Freigabe. Die Debatte ist im Gange, aber die Politik zögert.

Reality Check: Eine baldige Legalisierung ist unwahrscheinlich. Spanien führt Europa beim Cannabis-Konsum an (17% haben es probiert), aber die konservative Politik hält dagegen. Der „War on Drugs“ ist noch nicht vorbei.

Bis dahin gilt: Stay low, stay smart, stay legal (or at least decriminalized).

Die Kosten des Spaßes: Strafen-Übersicht

Vergehen Strafe
Öffentlicher Konsum (Ersttäter) 601-10.400 €
Öffentlicher Konsum (Wiederholung) Bis 30.000 €
Öffentlicher Besitz (unter 40g) 300-630 €
Öffentlicher Besitz (über 50g) Empfindliche Strafen + Verdacht auf Handel
Verkauf/Handel Cannabis 1-3 Jahre Haft + 600-30.000 €
Verkauf mit erschwerenden Umständen Bis 21 Jahre Haft
Anbau (öffentlich sichtbar) 600-30.000 €
Fahren unter Cannabis-Einfluss 1.000 € + 6 Punkte
Verschenken an Freunde Bis 3 Jahre Haft

Fazit: Paradise Lost?

Mallorca bleibt ein Paradies – aber nur, wenn du die Spielregeln kennst und respektierst. Die Cannabis-Kultur der Insel ist lebendig, die CSCs bieten eine halbwegs sichere Alternative, und der private Konsum ist entkriminalisiert.

Aber: Die Grenzen sind hart, die Strafen drakonisch, und die Polizei zeigt wenig Nachsicht. Ein entspannter Joint am Strand? Das ist nicht Jamaican Beach, sondern Europa mit strengen Gesetzen.

Wer klug ist, genießt in Maßen, bleibt privat und respektiert die lokale Rechtslage. Wer meint, auf Mallorca würde alles durchgehen wie am Ballermann, wird eines Besseren belehrt – und das kann richtig teuer werden.

Die goldene Regel bleibt: Was in deinen vier Wänden passiert, bleibt in deinen vier Wänden. Alles andere ist russisches Roulette mit deinem Geldbeutel und deiner Freiheit.

Also: Stay smart, stay private, stay chill.

Quellen

  1. „Cannabis Konsum auf Mallorca – Rechtslage“ – last-minute-mallorcareisen.de
  2. „Ist Cannabis in Spanien wirklich legal?“ – Smokestars.de
  3. „Cannabis in Spanien – Gesetze, Konsum und weitere Infos“ – Sensi Seeds
  4. „Erfahren Sie mehr über die Regelungen in Spanien zum Cannabiskonsum“ – 321CBD.com
  5. „The Best Cannabis Social Clubs in Mallorca for Tourists“ – Mallorca-Seeds.com
  6. „Cannabis Social Clubs in Spanien“ – Deutscher Hanfverband (DHV)
  7. „Cannabis: Umgang in Deutschland und anderen EU-Staaten“ – Europäisches Verbraucherzentrum
  8. „Der rechtliche Status von Cannabis in Spanien“ – CannaConnection.de
  9. „Cannabis-Konsum und -Besitz: Was gilt in Europa?“ – ADAC
  10. „Cannabis Social Clubs Mallorca“ – ShivaMap.es
  11. „Mallorca Guide 2025 – Beste Cannabis-Social-Clubs“ – Mallorca-Social-Clubs.com
  12. „Regelungen auf Mallorca 2025“ – HolidayCheck
  13. „Das droht Kiffern am Ballermann“ – Das 17. Bundesland Podcast
  14. „Der rechtliche Schwebezustand von Cannabis in Spanien“ – Dinafem.org
  15. „Spanien: Wo kein Gesetz den Drogenkonsum verbietet“ – Euronews

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Rechtslage kann sich ändern. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt.

 

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert